Von Demenz sind inzwischen bereits Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Eine Zahl, die vor allem durch das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Auf Grund des steigenden Durchschnittsalters der Bevölkerung, gibt es immer mehr Demenzkranken und darüber hinaus auch immer mehr Berührungspunkte im Alltag. Beim täglichen Spaziergang, auf dem Weg zur Arbeit und sogar beim Einkaufen kann man in Kontakt mit Demenzkranken kommen, wie ich selbst herausgefunden habe.

Mein Erlebnis mit Demenz

Letzte Woche beim Einkaufen kam ich zum ersten Mal selbst mit einem demenzerkrankten älteren Herrn in Kontakt. Auf dem Weg zur Kasse und auch an der Kasse stand ich hinter ihm. Deswegen habe ich gemerkt, wie langsam er alles gemacht hat. Zum Bespiel hat er ziemlich viel Zeit gebraucht, um ein paar Cola Zeros auf das Band zu legen. Es überraschte mich also nicht, dass er viel Zeit beim Bezahlen brauchte. Anschließend blieb er jedoch weiterhin mit seinem Portmonee in den Händen an der Kasse stehen. Die Kassiererin und ich schauten uns etwas verwirrt an. Nach ein paar Minuten sagte die Kassiererin denm alten Herren, dass er bereits bezahlt habe. Keine Reaktion. Er blieb weiterhin an der Kasse stehen. Ich erkannte die Hilflosigkeit in den Augen der Kassiererin und wandte mich an den Herren: „Sie haben schon bezahlt“. Zu meiner Überraschung wusste er das nicht mehr. „Was? Ich habe schon bezahlt?“, sagte er überrascht. Nachdem ich das bestätigte, bedankte er sich ganz herzlich bei mir und machte sich ganz langsam mit seinem Rollator auf den Weg nach Hause.

Demenz eine Volkskrankheit

Auch, wenn ich mich mit dem Thema „Demenz“ oft auseinandersetze, kam dieses Erlebnis sehr überraschend für mich. Ich konnte mir sehr schwer vorstellen, dass Demenzkranke innerhalb von 5 Minuten eine Sache öfter vergessen könnten. Ein komisches Gefühl ist seit dem Tag bei mir geblieben. Was ist mit dem Herrn passiert? Ist er heil nach Hause gekommen? Wie hätte ich ihm vielleicht weiterhelfen können? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, dass es noch viel zu wenig Aufklärung zu der Krankheit Demenz gibt. Aus diesem Grund, habe ich mich entschlossen Euch über die „Volkskrankheit“ Demenz aufzuklären. Hierfür habe ich ein paar Fakten zu Demenz gesammelt.

8 Fakten über Demenz

  1. Alzheimer oder Demenz?
    Demenz ist der Oberbegriff von Krankheiten, die das Gehirn schaden. Wegen dieser Schäden, verliert man seine geistigen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Dementsprechend können die Betroffenen nur noch schwer selbstständig am alltäglichen, sozialen Leben teilnehmen.
    Alzheimer ist mit rund 60% die häufigste und bekannteste Form von Demenz.
  2. Alois Alzheimer
    Die Krankheit wurde nach dem bayerischen Nervenarzt Dr. Alois Alzheimer benannt. Der Arzt hat beim Untersuchen des Gehirns einer verstorbenen Patientin Eiweißablagerungen gefunden. Diese sogenannten Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen (Eiweiße) führen zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Und genau dieses Absterben von Nervenzellen verursacht Alzheimer.
  3. Wie viele Menschen leiden unter Demenz?
    1,7 Millionen Menschen leiden unter Demenz in Deutschland. Die Nummer wird sich bis 2050 voraussichtlich verdoppeln. Rund Zwei Drittel der Demenzkranken leiden an Alzheimer. Weltweit leiden rund 30 Millionen Menschen unter Demenz.
  4. Wer ist häufiger an Demenz erkrankt?
    Das Alter ist der größte bekannte Risikofaktor. Ab 65 Jahren erhöht sich das Risiko an Demenz zu erkranken. Darüber hinaus können anderen Faktoren, wie das Gen Apolipoprotein e4 (ApoE4), Bluthochdruck, Cholesterin und Diabetes das Risiko ebenso erhöhen. Demgegenüber ist das  Geschlecht kein Risikofaktor. Auch wenn Frauen häufiger unter Demenz leiden, sind sie nicht anfälliger für die Krankheit. Frauen leben einfach länger als Männer, d. h. sie werden älter als Männer, und aus diesem Grund erkranken sie öfters an Demenz.
  5. Diagnose
    Demenz kann nicht mit einem Bluttest diagnostiziert werden. Die Diagnose erfolgt durch verschiedene neuropsychologische Tests. Zudem prüft der Arzt Veränderungen des Gewebes oder der Durchblutung des Gehirns, indem er Aufnahmen im Magnetresonanztomografien oder im Computertomografien erstellen lässt.
  6. Ist Demenz heilbar?
    Bis jetzt kann man Demenz leider nicht heilen. Man kann den Verlauf der Erkrankung lediglich durch Medikamente verzögern und die Lebensqualität von Betroffenen verbessern.
  7. Forschungsstand
    Aktuell werden Antikörper gegen die schädliche Eiweißablagerung erforscht. Diese sollen das Fortschreiten der Erkrankung dauerhaft verzögern. Ein Durchbruch steht aber noch aus. Zudem werden neue Diagnose-Verfahren – wie Bluttests – erforscht.
  8. Kann man Demenz vorbeugen?
    Präventionsmaßnahmen für Alzheimer bzw. Demenz gibt es aktuell nicht. Das Risiko unter der Krankheit zu erkranken lässt sich aber mindern. Hierfür empfehlen Wissenschaftler ein gesundes Leben zu führen. Konkret heißt das: gesund essen, Sport machen, geistig aktiv sein und genug schlafen.

Bonus:
Leider fällt Menschen mit Demenz die Kommunikation zunehmend schwer. Nicht nur werden die kognitiven Fähigkeiten immer weniger, sondern das Seh- und Hörvermögen mindert sich mit dem Alter auch. Deswegen ist es sehr wichtig, die richtige Kommunikation zu verwenden:

  • Einfache und klare Sprache benutzen
  • Ja-Nein-Fragen mit wenigen Alternativen
  • Mimik und Gestik nutzen

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