Tochter mit dementer Mutter

Die Diagnose Demenz trifft nicht nur den Erkrankten. Auch für seine Angehörigen ist der Umgang mit Demenz eine schwierige Aufgabe. Da im Krankheitsverlauf immer mehr Nervenzellen verloren gehen,  ist die erkrankte Person zunehmend auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Die jeweiligen Anforderungen an Betreuung, Pflege, Therapie und ärztliche Behandlung sind dabei zwar sehr unterschiedlich. Gerade für Angehörige ist es jedoch oft schwer den Kontrollverlust des geliebten Partners, Elternteils oder Bekannten mitzuerleben. Dabei ist meist nicht das schlimmste, dass sich der Gegenüber nicht mehr an bestimmte Sachen oder Personen erinnern kann, sondern, dass sich das gesamte Verhalten der Person verändert. Die kognitive Kommunikationsebene nimmt immer mehr ab, dafür tritt die Gefühlsebene immer weiter in den Vordergrund.  Viele Verhaltenweisen, die wir als nicht Gesellschaftsfähig erachten, lebt ein Demenzkranker schamlos aus. Oftmals stößt er damit vertrauten Menschen direkt vor den Kopf. Um in solchen Situationen verständnisvoll reagieren zu können, sind Erfahrungen und Reflektionen sehr wichtig.

Wichtig für Angehörige ist es sich Hilfe zu holen!

80% der Betroffenen werden Zuhause versorgt. 20 – 35% von ihnen sogar bis zu ihrem Lebensende. Pflegepersonen sind zu 2/3 die Ehepartner und zu 1/3 generationsübergreifende Familienangehörige wie die Töchter bzw. Schwiegertöchter. Häufig stellen die Angehörigen dabei die eigenen Emotionen und Bedürfnisse zurück, um für das erkrankte Familienmitglied da zu sein. Informationen, Beratung, Selbstpflege, emotionale Entlastung und soziale Unterstützung sind deshalb dringend notwendig. Um selbst gesund zu bleiben, sollten sie von Verwandten, Freunden, Nachbarn und professionellen Pflegekräften Hilfe einfordern.

Internet für Angehörige erster Anlaufpunkt

Ehepartner

Ein erster Anlaufpunkt für besorgte Angehörige, die das Gefühl haben, ihr Gegenüber sei an Demenz erkrankt ist heute das Internet. Es gibt mittlerweile sehr viele Internetseiten (siehe unten), die sich mit diesem Thema beschäftigen. Ein wichtiger erster Schritt sollte aber das Gespräch mit dem Hausarzt sein. Dieser kann die Krankheit diagnostizieren und erste Informationen zur Krankheit sowie zu weiteren Selbsthilfegruppen vor Ort geben. Dabei sollten nicht nur Selbsthilfegruppen für den Demenzerkrankten bedacht werden, sondern auch für die Angehörigen. Denn oftmals hilft es Angehörigen sich mit anderen Menschen über das Leben mit einem Demenzkranken auszutauschen und Erfahrungen zu teilen.

Weitere hilfreiche Tipps im Umgang mit Demenz

Weitere hilfreiche Informationen im Umgang mit Demenz bieten die Seiten des  Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Neben zahlreichen Beiträgen finden Angehörige in der Videogalerie auch einige kurze Videofilme zum Thema Demenz. Die Filme gehen u.a. auf Themen wie Alltagssituationen, juristische und medizinische Aspekte ein.

Das bundesweite Alzheimer Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. bietet einen ersten Schritt zur individuellen Beratung.  Wer nicht telefonisch beraten werden möchte, kann sich auch per E-Mail Hilfe holen.

Auf der Videoplattform Youtube.com findet man z.B. eine große Vielfalt an Berichten von Angehörigen, die über ihre Erfahrungen mit Demenz erzählen.
Hier nur eine kleine Auswahl: Video der SRH Wald-Klinikum Gera, ARD Mittagsmagazin, Demenz und die Pflege zuhause – SoVD TV )

Musikalisch greift der Sänger Purple Schulz in seinem sehr einfühlsamen Lied „ Fragezeichen“ das Thema Demenz auf.

Angehöriger eines Demenzerkranken – man ist nicht alleine

Demenz Unterstützung ist überall

So hart die Diagnose Demenz am Anfang auch ist, man ist nicht alleine. In Deutschland leben gegenwärtig 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Ebenso viele Angehörige opfern sich jeden Tag auf, um ihre Liebsten zu pflegen. Nutzen sie das Angebot und tauschen Sie sich aus. Reden Sie mit Gleichgesinnten und lernen Sie gemeinsam ein Leben mit Demenz zu führen.

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