Berühmte Alzheimer- und Demenzpatienten – Teil 2

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Heute geht es weiter in unserer Reihe Berühmte Alzheimer- und Demenzpatienten mit einem erfolgreichen Fußballer und einem humanitär sehr engagierten Schauspieler.

Gerd Müller – Der Bomber der Nation

Mit 365 Toren ist Gerd Müller Rekordtorschütze der Fußball-Bundesliga und die deutsche Torjäger-Legende. Aufgrund seiner unkonventionellen Spielweise und dem Talent aus jeder noch so ungünstigen Lage Tore zu erzielen, stellte er die Abwehrspieler der gegnerischen Mannschaft immer wieder vor ein nahezu unlösbares Problem.

Als Spieler des FC Bayern München (1964 bis 1979) gewann Müller vier deutsche Meisterschaften, viermal den DFB-Pokal, dreimal den Europapokal der Landesmeister, einmal den Europapokal der Pokalsieger sowie einmal den Weltpokal. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er 1972 Europa- und 1974 Weltmeister. Im Verlauf seiner Karriere wurde Müller bei 18 unterschiedlichen Wettbewerben Torschützenkönig (u. a. siebenmal in der Bundesliga).

Nach dem Karriereende war er von 1992 bis 2014 im Trainerstab der zweiten Mannschaft des FC Bayern tätig.

Bereits während dieser Zeit verschwindet Gerd Müller während des Trainingslagers der Münchner Reservemannschaft 2011 in Trient für 13 Stunden spurlos und wird später verwirrt und orientierungslos aufgegriffen.

Seit Herbst 2014 kann Müller aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als Assistenztrainer arbeiten. Im Oktober 2015 gab der FC Bayern München bekannt, dass bei Müller Demenz aufgrund einer Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert worden war und er bereits seit Jahresbeginn professionell betreut werde.

„Trotz unübersehbarer Zeichen seiner Erkrankung, sei es über viele Jahre perfekt gelungen, Gerd Müller ins Vereinsleben zu integrieren. Das war sehr wichtig, weil es jedem Menschen mit einer beginnenden Alzheimer Demenz nur zu wünschen ist, dass er sich so lange wie möglich in seinem vertrauten Umfeld, in dem er sich wohl fühlt, aufhalten kann.“(Prof. Dr. Hans Först, behandelnder Arzt)

Karlheinz Böhm – Kaiser Franz, humanitärer Helfer

Berühmtheit erlangte Karlheinz Böhm durch seine Rolle als „Kaiser Franz Joseph“ in der Sissi-Trilogie. Bis 1983 spielte er in ca. 70 Filmen mit, außerdem war er Haupterzähler in vielen Hörspielen, darunter auch einer Serie über die Lebensgeschichte von berühmten Komponisten und Musikern.

1976 wurde Böhm zum ersten Mal mit der Armut in Afrika konfrontiert. Um einen Bronchitis auszukurieren, empfahlen ihm die Ärzte einen Aufenthalt in Kenia. Dort ließ er sich von einem einheimischen Hotel-Angestellten die Kehrseite der Luxusfassade zeigen.

Dieses Ereignis prägte und erschütterte ihn so stark, das er anschließend in der Sendung „Wetten, dass…?“ wettete, das nicht einmal jeder dritte Zuschauer eine Mark, sieben Schilling bzw. einen Franken für die notleidenden Menschen in der Sahelzone spenden würde. Traurigerweise gewann er seine Wette. Es kamen dennoch 1,7 Millionen DM zusammen.

Am 13. November 1981 gründete er die Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“. Durch sein hohes persönliches Engagement erhielt er 2003 die Ehrenbürgerschaft in Äthiopien, des Weiteren wurde er in den folgenden Jahren mit vielen weiteren Preisen ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Bayrischen Verdienstorden und dem UNESCO-Ehrenpreis.

Am 19. Februar 2013 wurde seine Alzheimererkrankung bekannt. Karlheinz Böhm starb am 29. Mai 2014 im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in der Nähe von Salzburg.

„Es gibt keine Erste, Zweite oder Dritte Welt. Wir leben alle auf ein und demselben Planeten, für den wir gemeinsam Verantwortung tragen.“ (Karlheinz Böhm)

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