Berühmte Alzheimer- und Demenzpatienten – Teil 11

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Wir wissen: Es gibt kein Allheilmittel zur Verbeugung von Alzheimer und Demenz. Als gute Prävention wird jedoch immer wieder regelmäßige sportliche Betätigung genannt. Das folgende Beispiel belegt, dass leider auch Profi-Sportler nicht vor Alzheimer geschützt sind.

Pat Summitt – NCAA-Legende

Ein Leben für den Basketball! Schon in der Jugend fiel Patricia Sue Head (*1952) als talentierte Basketballerin auf. Weil es in ihrer Heimatstadt Clarksville keine Mädchenmannschaft gab, zog ihre Familie um. Sie spielte in Cheatham County und schließlich bei der University Tennessee at Martin. Während ihre Brüder ein Sportstipendium erhielten,  mussten ihre Eltern ihr Studium finanzieren. Dies zahlte sich aber aus: Bei den Olympischen Spielen 1976 zog sie bei der Premiere für Frauen-Basketball mit der USA ins Finale ein und gewann die Silbermedaille.

Noch erfolgreicher gestaltete sich allerdings ihre Karriere als Trainerin. Im jungen Alter von 22 Jahren wurde sich überraschend Cheftrainerin der Damen-Mannschaft der University of Tennessee und coachte die Tennessee Lady Volunteers („Vols“). Damals erhielt sie lediglich 250 Dollar im Monat für diesen Job und war zudem für das Waschen der Trikots zuständig.

„I had to drive the van when I first started coaching. One time, for a road game, we actually slept in the other team’s gym the night before. We had mats, we had our little sleeping bags. When I was a player at the University of Tennessee at Martin, we played at Tennessee Tech for three straight games, and we didn’t wash our uniforms. We only had one set. We played because we loved the game. We didn’t think anything about it.“

Beim ersten NCAA-Turnier im Jahr 1982 führe Summitt (1980 heiratete sie R.B. Summitt II) ihr Team unter die letzten vier. Noch besser lief es bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles, als sie mit ihrem Team als Nationaltrainerin die Goldmedaille bejubeln durfte. Zur Legende wurde sie aber auf Universitätsebene: Bis 2012, also insgesamt 38 Jahre, coachte sie das Frauen-Basketballteam in Tennessee und sammelte unglaubliche acht NCAA-Titel, darunter drei in Folge (1996-1998).

Rekord-Jägerin

Von 1306 Spielen als Trainerin der NCAA und AIAW konnte sie sage und schreibe 1098 für sich entscheiden und brach dabei zahlreiche Rekorde. Unter anderem hält sie den Rekord für die meisten gecoachten Spielzeiten ohne negative Bilanz (38 von 38!). Als Trainerin pflegte sie einen harten Führungsstil. Sie war bekannt dafür, ihre Spielerinnen mit einem eisigen Blick („The Summitt Stare“) zu strafen, wenn ihr eine bestimmte Aktion auf dem Feld nicht gefiel.

Im Laufe der Zeit wurde Summitt immer wieder ausgezeichnet: Sie bekam unter anderem eine Ehrendoktorwürde, wurde 2011 Sports Illustrated Sportler des Jahres und erhielt 2012 die Presidential Medal of Freedom – eine der beiden höchsten zivilen Ehrungen der USA. Jeweils zwei Straßen sowie zwei Basketball-Courts sind nach ihr benannt.

2011 gab die Basketball-Trainerin bekannt, dass drei Monate zuvor eine Frühform von Alzheimer bei ihr diagnostiziert wurde. Sie beendete die laufende Saison, allerdings übernahm ihre langjährige Assistentin Holly Warlick viele Führungsaufgaben. Am 18 April 2012 beendete sie offiziell ihre Karriere.

Mit der Co-Autorin Sally Jenkins verfasste sie drei Bücher, eines davon handelt unter anderem von ihrem Leben mit Alzheimer. Von ihr stammen viele einprägsame, motivierende Zitate. Am 28. Juni 2016 starb sie an den Folgen ihrer Krankheit. Sie hinterließ einen Sohn, der aktuell als Basketball-Assistant-Coach der Fairborn High School arbeitet. Ihr Einfluss auf den Frauen-Basketball wird wahrscheinlich nie vergessen werden.

“I’m someone who will push you beyond all reasonable limits. Someone who will ask you not to just fulfill your potential but to exceed it. Someone who will expect more from you than you may believe you are capable of.”

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